Jürgen Piquardt

COMPLEMENTISMUS

Lust auf Pflanzenkost!

Pfadefinder zu einer individuell-ganzheitlichen Ernährung

Geleitschreiben

Professor Declan Kennedy

Es ist nicht leicht, ein ganzheitliches Buch über die Beziehung zwichen Ernährung und Landwirtschaft zu verfassen. Dieses ist Jürgen Piquardt in dem vorliegenden Buch gelungen.

Seine Versuche, ganzheitliche Ansätze zu einer individuell sinnvollen Ernährung von Körper, Geist und seele zu finden, seine Versuche,Pfade sichtbar zu machen, auf denen wir möglichst lange gehen können, ohne zu oft zu stolpern oder gar abzustürzen, Pfade, die auch beim Verirren wieder gefunden werden und immer zuverlässiger zu Zielen führen können, diese Vesuche können hoffnungsfroh stabilisiert werden durch das Aufzeigen ihres umfassend solidarischen Gedankens: Alle gegenwärtig 7 Milliarden Menschen können auf ihren eigenen Pfaden vorankommen, ohne dabei die anderen zu behindern.

Das Landwirtschaften der Zukunft, die bewussteren, rücksichtsvolleren Ernährungsweisen geben die Richtung an: Permakultur und/oder solidarische Landwirtschaft müssen unsere energieintensive, bei Einbeziehung der Zukunftsschäden an der der Natur, den Tieren und unseren Erben, auf keine Weise positiv zu bilanzierende Agrarindustrie ablösen. Fast automatisch wird dieser Wechsel unsere Achtung vor den Lebensmitteln und dadurch unseren "Umgang" mit ihnen steigern. Glückliche Genügsamkeit ist das Ziel.

Immer mehr Lebensinhalt-Suchende ahnen, dass das teure Steigern unserer Gelüste und Ersatzbefriedigungen in gefährliche Sackgassen führt. Ich hoffe, dass die auf eigenwillige Art dargestellen Inhalte einer ganzheitlichen Ernährung aus europäischer, häufiger noch aus geographisch regionalerer Sicht, eine aufmerksame, kritische, die Zukunft mitgestaltende Leserschaft finden werden.

Ohne ein neues Verständnis vom Landwirtschaften, die "Landwirte ohne Grenzen" symbolisieren das auf optimistische Weise, ist die Erde nicht für uns Menschen zu erhalten. Dies sollte uns Ansporn zum Handeln sein.

Ich freue mich, dass der Jürgen Piquardt die gesunde Ernährung des Menschen in Zusammenhang bringt mit dem Respekt vor der Erde, mit der Achtsamkeit auf alle ihre BewohnerInnen, mit dem Wissen, dass nur Nehmen und Geben, nur ein dankbares Miteinander in eine dauerhaft gute Zukunft führen kann.

Steyerberg, im September 2017
Declan Kennedy

 

Professor Claus Leitzmann

Kaum ein Thema wird so leidenschaftlich diskutiert und ist so heftig umstritten, wie die gesunde Ernährung. Aufgrund sich fundamental widersprechender Empfehlungen wird es für den interessierten Verbraucher immer schwieriger, sich zuverlässig zu orientieren. Dabei zeigen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass gerade für den meist bewegungsarmen Wohlstandsbürger eine weitaus überwiegend pflanzliche Kost einer gesunden Ernährung am ehesten entspricht.

Pflanzliche Kost ist der Ausgangspunkt des Autors auf dem Weg durch den Dschungel der Empfehlungen, die von Fachleuten und selbst ernannten Experten sowie der Werbung auf den Verbraucher einprasseln. Er bezeichnet sich als PFADeFINDER und hat den Ehrgeiz, ein Ernährungs-, Gesundheits-, Koch-, Lese-, Streit- und Umweltbuch vorzulegen, mit dem Anspruch, die herausragende Bedeutung einer pflanzlichen Ernährung darzulegen. Das gelingt dem Autor im vollen Maße.

Dieses Buch als ungewöhnlich zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Mit fröhlicher Unbefangenheit und allen Mitteln will der Autor Lust auf Pflanzenkost wecken. Oder wie er schreibt: Auf Teufel komm raus. Dabei soll es aber nicht teuflisch, sondern redlich, listig, heiter sowie wohlbedacht zugehen und immer ganzheitlich.

Die Ganzheitlichkeit ist der rote Faden des Buches, für die Jürgen Piquardt den Ausdruck Complementismus verwendet. Ursprünglich wurde dieser Begriff für das Bestreben von Menschen nach gegenseitiger Ergänzung, Erfüllung und Vollendung durch ein gemeinsames Leben eingeführt. Der Autor versteht unter Complementismus jedoch den Versuch, den reuelosen Genuss des Einfachen wahrscheinlicher zu machen. Er strebt die Einheit von umfassender Lebensfreude und ganzheitlicher Gesundheit an. Diesen Versuch dokumentiert er mit vielfältigen Beispielen aus dem realen Leben und wird seinem Bestreben überzeugend gerecht.

Jürgen Piquardt stuft sein Anliegen als kompliziert ein, dabei ist es in seiner Vielfalt lediglich komplex. Er möchte Mut machen, dass wir unter anderem gemeinsam hoffnungs- und freudvoll unser Leben dankbar, bescheiden und stolz meistern; dass wir uns phantasievoll und opferwillig um ein langes Leben auf diesem Planeten bemühen; dass wir die Gemeinsamkeiten, das Verbindende aller Suchenden finden und stärken; und letztlich durch die Vielfalt zum Grundsätzlichen kommen.

Diese anspruchsvollen Ziele scheinen unerreichbar, sind aber für den Autor bei einer entsprechenden Einstellung realisierbar. Seine Anliegen werden in den einzelnen Abschnitten des Buches thematisiert und schlüssig zu verständlichen Erkenntnissen gebündelt. Er beginnt mit unseren frühen Vorfahren, die weitaus überwiegend pflanzliche Kost verzehrt haben und damit die anatomischen und physiologischen Merkmale des Menschen geprägt haben. Seine Bewertung der zahlreichen alternativen Ernährungsformen fallen mehrheitlich positiv aus, da sie überwiegend pflanzlich ausgerichtet sind.

Der Vegetarismus und besonders der Veganismus werden ausführlich diskutiert. Beide Kostformen basieren vorwiegend bzw. ausschließlich auf pflanzlicher Kost und bieten gesundheitliche Vorteile, entsprechen gesellschaftlichen Ansprüchen, erfüllen religiöse Gebote, kommen ökologischen Erfordernissen entgegen und berücksichtigen ethische Anliegen. Inzwischen liegen vielerlei wissenschaftliche Studien vor, die die Sinnhaftigkeit dieser Aspekte und damit die Botschaft des Autors stützen.
Jürgen Piquardt fasst seine sogenannten GrundGebote und AnGebote – auch zur Ernährung der Seele – übersichtlich zusammen, die teilweise bereits vor tausenden von Jahren erkannt wurden. Diese werden heute wieder neu entdeckt, aber bisher noch zu zögerlich umgesetzt. So war die ganzheitliche Ernährung durch die Aussage von Hippokrates bereits in der Antike bekannt: Eine einfache Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und Maßhalten in allen Dingen des Lebens ist das beste Rezept, um in Gesundheit alt zu werden.

Die möglichen Folgen der verschiedenen Ernährungsformen auf die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen, Boden, Wasser und Klima werden vom Autor immer wieder erwähnt. Seine Visionen reichen von ganzheitlicher Landwirtschaft, regionalem Lebensmittelhandwerk und dem Mut zum Wandel bis zum ganzheitlichen Genießen und der Liebe zum Leben. Diese sinnreichen Vorstellungen werden bei aufgeschlossenen Menschen auf fruchtbaren Boden fallen.

Die Ausführungen von Jürgen Piquardt lassen sich in drei Aussagen zusammenfassen: Pflanzliche Lebensmittel stellen die optimale Kost für den Menschen dar, sie haben präventive Eigenschaften und ihre Inhaltsstoffewirken besser als Supplemente. Er legt den Lesern liebevoll und humorvoll nahe, diese potenziellen Vorteile zu nutzen.

Als Zugabe befindet sich ein Buch im Buch, nämlich eine vegane Kochfibel, die mit alltäglichen und saisonalen Rezepten und Menüvorschlägen mit dem Genuss des Einfachen Lust aus Pflanzenkost macht. Diese praktische Ergänzung wird dem umfassenden Anspruch gerecht, dass sich ein ganzheitliches Buchprojekt handelt.
Es ist die erfrischende und motivierende Schreibweise, mit einer scharfsinnigen und anregenden Wortwahl, die das Buch zu einem Lesevergnügen macht. Die vielen zum Text jeweils passend ausgewählten Zitate von klugen Menschen stellen eine anregende Ergänzung dar.

Dem Buch wünsche ich eine weite Verbreitung, damit die pflanzliche Kost wegen ihrer nachgewiesenen umfangreichen Vorteile von möglichst vielen Menschen vermehrt zur üblichen Ernährung wird. Der Lesestoff bietet zudem einen Mehrwert, indem er nicht nur trockene Fakten enthält, sondern auf eine unterhaltsame Weise zum Handeln motiviert. Alle die zu ihrem eigenem Wohl beitragen und ihre Lebensqualität verbessern möchten, werden von der Lektüre nachhaltig profitieren.

Viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung der leicht verständlichen Empfehlungen für eine pflanzliche nachhaltige Ernährung und eine ganzheitliche Lebensweise wünscht Ihnen

Gießen, im August 2017
Claus Leitzmann