Jürgen Piquardt

COMPLEMENTISMUS

Lust auf Pflanzenkost!

Pfadefinder zu einer individuell-ganzheitlichen Ernährung

Credo (Entwurf)

Wir ComplementerInnen lieben das Leben. Das eigene und das der vielen und ganz anderen. Wir sind auf dem Weg. Jede auf ihrem, jeder auf seinem. Alle auf einem gemeinsamen.

Es gelingt uns, die StromläuferInnen der mainstream society nicht zu verachten. Wir sind voller Enthusiasmus und Zuversicht. Wir jammern nicht.

Wir versuchen, ins Gleichgewicht zu kommen. Wir hören in uns hinein. Wir erkennen unsere Stärken und Schwächen. Wir handeln.

Wir sind verträumt. Wir glauben an das Unmögliche. Wir stehen mit beiden Beinen und klaren Sinnen auf der geliebten Erde.

Ganzheit ist für uns das Ziel aller Wege. Sicher ist sie nicht erreichbar. Doch jeder ehrliche, bescheidene, lustvolle, mutige Schritt führt in ihre Richtung. Irren ist menschlich. Das haben wir dankbar und uns tröstend verinnerlicht.

Wir ComplementerInnen sind stolz auf uns, obwohl wir wissen, dass es abgeklärtere, konsequentere Lebensweisen als die unsrigen gibt.

Wir haben verstehen müssen, dass unsere Lebensweise das Töten von Tieren, das Töten von Lebewesen mit Gefühlen und phantastisch ausgeprägten Sinnen voraussetzt. Wir versuchen, unsere Leben so zu gestalten, dass seltener getötet werden muss.

Wir essen nur Lebensmittel von Tieren, die ein, aus unserer Sicht, lebenswertes Leben hatten, bevor wir sie unter möglichst angstfreien Umständen für uns töten und dann ausschlachten lassen.

Das Wort artgerecht gebrauchen wir nicht. Wir machen uns da nichts vor: Artgerecht lebt kein Nutztier, kein Schlachttier. Allein das Töten schließt die Nutzung dieses beschönigenden Begriffs aus.

Wir verhalten uns so, dass unsere Enkel noch Bauern erleben. Entsprechend kaufen wir ein: Hofläden, Bauernmärkte, regionale Lebensmittel in Bioläden und auch in BioSupermärkten.

Wir sind, bei allem Enthusiasmus, realistisch: Ein ehrlicher Geldbeutel ist nicht beliebig nutzbar.

Wir achten beim Einkaufen auf: Fair * Regional * Saisonal * Bio * und auf die Produktionsweise: bäuerlicher Betrieb oder Agrarindustrie.

Wir ComplementerInnen ernähren uns nach unserer LebensmittelStufenpyramide. Ihr Fundament ist Gemüse, Gemüse, Gemüse.

Die letzten Stufen unserer Pyramide werden gebildet von Tierischem, Fisch, Weißmehl, Zucker, Drogen. Wir wünschen uns, dass diese Stufen immer schmaler werden.

Fastfood, Tiefkühlkost, Fertiggerichte versuchen wir aufs Notwendigste zu beschränken. Aber manchmal geht’s nicht anders. Wir nutzen diese Möglichkeiten dann voller Freude, und nicht mit schlechtem Gewissen.

Wir sind GenießerInnen. Oder haben, das ist das Gefühlsminimum, Freude am Essen. Wir haben verinnerlicht: Ohne Freude am Essen ist Gesundheit unwahrscheinlich.

Wir sozialisieren, vernetzen uns. Wir bestärken uns. Wir nutzen dazu vorhandene Strukturen: Wir brauchen keine eigenen Organisationsformen. Wir nutzen das Internet. Auch zum freudvollen Streiten.

Wir ComplementerInnen verstehen mehr und mehr: Die Ernährung von Körper, Seele und Geist ist etwas Ganzheitliches. Das Wie, Wann und Wo des Essens ist ähnlich wichtig wie das Was.

Die Seele ist immer dabei, großmütig und ausgleichend, mild und tolerant,. Und heiter. Möglichst oft heiter. Darum bemühen wir uns.

Unser Handeln wird geleitet von der Fürsorge für möglichst viele Lebewesen. Todeshunger darf es in der Zukunft nicht geben. Saubere Luft, sauberes Wasser, giftfreie Nahrungsmittel für alle. Das ist eines unserer Ziele.

Wir ComplementerInnen sind offen für vieles, doch unerschütterlich im Wesentlichen.

Wir ComplementerInnen lieben das Leben. Das Leben in seiner Ganzheit. Das Leben von Samen, Pflanzen, Bäumen, von Wild-, Nutz-, Schlacht- und Haustieren, das Leben der Wasser, der Steine, das Leben von Himmel und Erde.